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Schulweg statt Elterntaxi

Ein ganzes Schuljahr lang arbeiteten LehrerInnen und SchülerInnen der Hauptschule Munderfing an einem Mobilitätskonzept. Was war das Ergebnis?

Von Thomas Aistleitner

In der Woche vom 23. bis 27. Juni wurden die Schüler/innen der HS Munderfing aufgerufen, zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule zu kommen

In einem klassen- und fächerübergreifenden Projekt befassten sich die Schülerinnen und Schüler ein ganzes Schuljahr lang mit dem Thema „Mobilität“. Auslöser waren zum einen der immer stärker werdende Hol- und Bringdienst der Eltern, zum anderen die verbesserungsfähige Verkehrssicherheit in der Schulumgebung. Aber auch die Gesundheit und der Umweltschutz waren wichtige Aspekte.

Aus den Erfahrungen und Erkenntnissen entstand ein Mobilitätskonzept für die Hauptschule Munderfing, das in den nächsten Schuljahren ausprobiert, verbessert und realisiert werden soll. netzwerk-verkehrserziehung sprach mit Klara Steinbach, die das Projekt geleitet hat.

Frau Steinbach, wer hat den Anstoß zum Projekt der Hauptschule Munderfing gegeben?
Klara Steinbach: Wir Lehrerinnen und Lehrer haben gemerkt, dass die Elterntaxis immer mehr werden. Immer mehr Kinder unserer Hauptschule wurden von ihren Eltern in der Früh vor dem Schultor abgesetzt und nach der Schule wieder abgeholt. In der Lehrerkonferenz hat der Direktor gemeint: Da sollten wir etwas machen. So sind wir ins Überlegen gekommen.

Was war der nächste Schritt?
Zuerst wurde das Klimabündnis aktiviert und eine erste Umfrage gemacht. Danach habe ich versucht, möglichst viele LehrerInnen für die Sache zu gewinnen?

War es schwierig, Mitarbeiter zu finden?
Einerseits haben wir ja keine definierten Zeitressourcen für Verkehrserziehung, es ist ja kein eigener Gegenstand. Andererseits haben sich viele Kollegen und Kolleginnen begeistern lassen, und mit der Zeit kamen auch immer mehr Ideen.

Was war die Rolle der SchülerInnen?
Wir haben das Projekt an die SchülerInnen herangetragen, und sie haben einige Projektteile selbst erfunden und bei allen Projektteilen mitgearbeitet. Die Verkehrszählung vor der Schule war eine Idee der Kinder. Sie waren mit Begeisterung dabei – nicht nur im Unterricht.

Was für Forderungen und Lösungsmöglichkeiten haben sich aus dem Projekt ergeben?
Wir haben unsere Ergebnisse im Gemeinderat vorgestellt, weil wir glauben, dass wir Radwege und Gehsteige brauchen. Unsere Forderung nach einem Halte- und Parkverbot vor dem Schulgebäude wurde zwar nicht erfüllt. Aber der Verkehr vor der Schule wurde durch Verkehrsberuhigung so verengt, dass man eigentlich nicht mehr stehenbleiben kann.

Hat sich die Zahl der Elterntaxis verringert?
In der Aktionswoche auf jeden Fall, nämlich von 15 auf zwei. Wir begehen jetzt mit den ersten und zweiten Klassen die Schulwege, und die Eltern werden in den Klassenforen informiert, auch auf das Gewicht der Schultaschen ihrer Kinder zu achten.


3. Oktober 2011