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Sicher unterwegs zur Schule

Jedes Jahr zu Schulbeginn werden Eltern hektisch: Wie kommt mein Kind in die Schule? Allein, selbstständig, aber auf sich gestellt? MIt dem Auto, an meiner Hand, aber ohne Eigenkompetenz? Eine Frage, viele Antworten. Ein Überblick.

Von Thomas Aistleitner

Verkehrszeichen "Schulweg"

Der Schulweg ist oft erforschtes und noch öfter beschriebenes Terrain. Hinweise, Ratschläge, Tipps und vor allem Warnungen lassen sich bei fast allen Organisationen und Einrichtungen nachlesen, die sich mit Straßenverkehr oder Kindern befassen.

Vom Kuratorium für Verkehrssicherheit über den Oberösterreichischen Zivilschutzverband und selbst für das Unterthema „Benützung eines Busses“ lassen sich 15 einschlägige Tipps nachlesen.
Dabei genügt es nicht, dass die eigenen Kinder alles richtig machen – ihre Sicherheit hängt auch von den beteiligten Autofahrern ab. Diese wissen oft nicht einmal, dass Kinder die Straße nicht nur auf dem Zebrastreifen queren dürfen.
Kinder haben immer Vorrang – aber was haben sie davon, wenn die Autofahrer nicht bremsen? Deshalb müssen auch Kinder wissen, dass der Zebrastreifen zwar eine Schutzzone, aber keine Schutzgarantie für sie ist. Die Aktion „Zebrastreifen“ zeigt SchülerInnen anschaulich, dass sie sich im Ernstfall nur auf sicher selbst verlassen können. Immer gilt: Üben macht sicher. Kinder mit viel Fußgängererfahrung sind sicherer unterwegs als Kinder mit Beifahrererfahrung.

Andere sorgen sich weniger um die Verkehrssicherheit, sondern vielmehr um die persönliche Integrität der Kinder. Die „10 Tipps für einen sicheren Schulweg“ des Fonds Gesundes Österreich befassen sich ausschließlich mit dem Kontakt zu fremden – von der Distanz zu Fremden über Schreien üben bis zur Vereinbarung eines Codewortes.

Schulwegpläne zum Download

Unterdessen nehmen immer mehr Schulen das Thema Schulweg in die Hand und erstellen Schulmobiltätspläne. Schon die gemeinsame Erstellung eines solchen Plans schärft das Bewusstsein für Verkehrssicherheit. In Wien werden inzwischen Schulwegpläne für 300 Schulen angeboten. Dabei wurde nach Befragung von Lehrern, Eltern und Polizei sowie Besichtigungen an Ort und Stelle für die jeweilige Schule ein Plan erstellt. Der ideale Schulweg ist darin eingezeichnet, gefährliche Stellen besonders markiert. Rotumrandete Schutzwege auf den Straßen warnen Autofahrer außerdem, besonders auf Kinder zu achten. Diese Pläne enthalten auch Schulwegtipps.

Auch die AUVA, zuständig für die Unfallversicherung der Schulkinder, bietet eigene Schulwegpläne für Wien an. Diese enthalten auch Tipps für das Verhalten am Schulweg. Der Autofahrerklub ARBÖ appelliert an die Autofahrer, in der Gegend um Schulen freiwillig Tempo 30 einzuhalten. Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto zur Schule bringen, sollten lieber ein bisschen früher kommen, das Auto einparken und die Kinder bis in die Schule begleiten, um zu verhindern, dass sie von der gegenüberliegenden Straßenseite achtlos aus dem Auto springen.



Der Verkehrsklub VCÖ geht noch weiter und empfiehlt, nach Möglichkeit auf das Auto zu verzichten und die Kinder lieber zu Fuß, mit dem Rad oder den Öffis in die Schule zu begleiten. Denn jedes weitere Auto steigere die Gefahr für die anderen Kinder. Außerdem hätte ein Schulweg zu Fuß weitere Vorteile: Soziale Kontakte mit anderen Kindern würden geknüpft und dem Bewegungsmangel werde entgegengewirkt.

Gute Übersichten

Eine gelungene Übersicht über alle wichtigen Ratschläge gibt die Kinderpolizei. Ihre Tipps gibt es sowohl in einer Fassung für Eltern und einer für Kinder.
Eine gute Hilfstellung für Eltern ist die Checkliste des VCÖ. Sie hilft bei der Ermittlung des sichersten Schulweges.

Lesen Sie in der nächsten Ausgabe (5. September): Die entscheidende Frage:
Soll mein Kind selbstständig sein und allein zur Schule gehen? Oder ist es nur dann wirklich sicher, wenn ich dabei bin? Eine Risikoabwägung mit Schulpsychologin Belinda Mikocz.


22. August 2011