• Hauptartikel

Achtung Zebra!

Schutzwege stellen für Fußgänger eine Querungshilfe dar. Sie sollen die Verkehrssicherheit der schwächsten Verkehrsteilnehmer erhöhen. Dennoch passieren auf „Zebrastreifen“ immer wieder Unfälle. Erst vergangenen Donnerstag ist wieder ein Kind auf einem Schutzweg in Wien angefahren und schwer verletzt worden.

Von: Michael Achleitner

Kinder werben für die Aktion Achtung Zebra

Seit 2003 stieg die Anzahl der Unfälle mit Kindern auf Schutzwegen in Österreich um bis zu 55 Prozent an! Autofahrern ist oft nicht bewusst, dass Fußgänger auf Schutzwegen grundsätzlich Vorrang haben. Fußgänger wiederum dürfen sich nicht auf ihr Vorrecht verlassen und müssen für die Gefahren auf Schutzwegen sensibilisiert werden.

Lehrer als Vorbilder

Oft beginnt das Auseinandersetzen mit dem Thema Verkehr und Queren der Straße beim Üben des Schulwegs. Sobald sich das Kind an den Weg gewöhnt hat, wird es schnell unkonzentriert, verläßt sich auf Gewohnheiten und achtet nicht mehr so sehr auf die eigene Sicherheit. Die Vorbildwirkung von Eltern und Lehrern bei der Verkehrserziehung ist daher enorm wichtig. Es ist die Aufgabe von Erwachsenen, die Kinder immer wieder auf das richtige Verhalten beim Überqueren von Straßen hinzuweisen. Kinder müssen bewusst einen Zebrastreifen beachten und mit Vorsicht über die Straße gehen.

Was ist ein Zebrastreifen? Wie ist er gekennzeichnet?

Der Schutzweg ist durch breite weiße Linien in Längsrichtung der Fahrbahn gekennzeichnet. Außerdem muss der Schutzweg durch das Hinweiszeichen „Kennzeichnung eines Schutzweges“ gekennzeichnet werden, sofern er nicht durch gelbe Blinklichter am Rand oder über der Fahrbahn kenntlich gemacht wird oder durch Ampeln geregelt ist. Schutzwege vor Schulen werden temporär oft zusätzlich durch Polizisten oder Schülerlotsen gesichert, um Schülern eine problemlose Benutzung des Schutzweges zu ermöglichen.

Der Schutzweg muss die Sicht für und auf alle Verkehrsteilnehmer ermöglichen. Im Bereich des Schutzwegs muss eine möglichst niedrige Kfz-Geschwindigkeit herrschen. Zur Gewährleistung der angepassten Geschwindigkeiten des Fahrzeugverkehrs werden häufig zusätzliche Maßnahmen verkehrstechnischer oder baulicher Art gesetzt. Verkehrstechnische Maßnahmen sind diverse Bodenmarkierungen (wie zum Beispiel die rote Umrandung der weißen Balken). Bauliche Maßnahmen sind Fahrbahnteiler oder Fahrbahnanhebungen im Schutzwegbereich.

Verhalten auf Schutzwegen

Es gibt eine Menge an Verboten, die Fahrzeuglenker zu beachten haben. Vor ungeregelten Schutzwegen etwa gilt: „Das Überholen von allen Fahrzeugen ist verboten, außer wenn der Überholvorgang noch vor dem Schutzweg beendet und das Fahrzeug wenn notwendig angehalten werden kann, um Fußgängern das Überqueren zu ermöglichen. Auf dem Schutzweg besteht absolutes Halte- und Parkverbot; ebenso 5 Meter vor dem Schutzweg aus der Sicht des ankommenden Verkehrs, wenn der Schutzweg ungeregelt ist. Das Vorbeifahren an Fahrzeugen, die vor einem Schutzweg angehalten haben, um einem Fußgänger das Überqueren zu ermöglichen, ist verboten. Das Anhalten auf dem Schutzweg im Rückstau einer Kolonne ist ebenfalls verboten.”

Aber Fußgänger aufgepasst! Das Erzwingen des Vorrechts oder das Betreten des Schutzweges, ohne auf den Fahrzeugverkehr zu achten, kann verheerende Folgen haben. Kindern ist anzuraten, den Schutzweg erst dann zu betreten, wenn Fahrzeuglenker tatsächlich vor dem Schutzweg angehalten haben.

Achtung Radfahrer! Radfahrer nutzen Zebrastreifen „quer zu den Streifen“ (also die Fahrbahn querend) häufig im falschen Glauben, Fahrzeuge auf der Fahrbahn müssten auch ihnen eine Querung ermöglichen. Sie genießen hier jedoch keine verkehrsrechtliche Sonderstellung, da der Schutzweg ausschließlich für Fußgänger, Fahrer von Krankenfahrstühlen und Rollstuhlfahrer gedacht ist.


18. April 2011