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Richtig fallen hilft allen

Von Thomas Aistleitner

Fallen lernen mit Stuntman – ein neuartiges Sicherheitstraining.

Mädchen beim Trainieren des richtigen Fallens

Der Stuntman Thomas Vogel trainiert mit Schülerinnen und Schülern der zweiten Klassen der Hauptschule Saalfelden-Bahnhof das richtige Fallen. In Zusammenarbeit mit dem Landesschulrat Salzburg, der AUVA und dem Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) zeigt er den Kindern in Workshops, wie man sich bei einem Sturz vom Fahrrad richtig verhält. Die Schülerinnen und Schüler werden an alltägliche Gefahrenquellen herangeführt, und lernen durch die Simulation möglicher Unfallsituationen im Ernstfall richtig zu reagieren.

„Ziel dieses Sicherheitsprojektes ist die Sensibilisierung für Gefahren und dadurch die Vermeidung und Verringerung von Unfällen“, so Rainer Kolator, Leiter des KfV Salzburg. Gemeinsam mit der AUVA und dem Landesschulrat Salzburg finanziert das KfV dieses Pilotprojekt.

Die Kinder sind von dem Workshop begeistert. Wer anfangs noch skeptisch und ängstlich war, stürzt sich nach ein paar Übungen ins Geschehen und lernt richtig zu stürzen. Denn „richtig fallen hilft allen“ – das ist auch das Motto dieses Sicherheitsworkshops.

netzwerk-verkehrserziehung.at: Herr Vogel, wie ist es zu diesem Projekt gekommen?
Thomas Vogel: Ich arbeite seit vielen jahren als Actiondarsteller und Stuntman. Hintergrund für dieses Projekt war, dass für Stuntmen in Film- und Fernsehproduktionen und bei Liveshows Sicherheit die oberste Priorität darstellt. Unfälle müssen so lebensnah wie möglich dargestellt werden, ohne sich dabei zu verletzen. In diesem Beruf habe ich gelernt, dass es am meisten aufs richtige Fallen ankommt, wenn man sich nicht verletzen will. Daraus ist der Gedanke entstanden, diese Kompetenz zur Prävention zu nützen.

Wie ist es zur Zusammenarbeit mit Schulen gekommen?

Zuerst habe ich es mit meinen Nichten und Neffen ausprobiert. Dann habe ich das Projekt dem Landesschulrat Vorarlberg und danach dem Landesschulrat Salzburg angeboten. Die ersten Projekte haben in einer Hauptschule und in einer berufsbildenden Schule stattgefunden.

Für welche Altersgruppe ist „Richtig fallen hilft allen“ geeignet?

Eine der Übungen besteht darin, mit einem Fahrrad gegen einen Autodummy zu fahren. Deshalb ist das Training für alle Kinder optimal, die schon die Fahrradprüfung abgelegt haben, also ab der 5. Schulstufe.

Was lernt man noch im Training?
TeilnehmerInnen werden in diesen Sicherheits-Workshops an alltägliche Gefahrenquellen herangeführt und lernen durch die Simulation möglicher Unfallsituationen richtiges Reagieren und Handeln im Ernstfall. Es geht auch um die Selbstbewusstseinsstärkung im Umgang mit Unfällen. Wenn man einen Unfall schon einmal durchgespielt habt, kann man gut abschätzen, wie man reagiert.

Kann man sagen, was die Schülerinnen und Schüler aus dem Projekt mitnehmen?
Ja, ich wiederhole das Projekt nach ein, zwei Jahren und bin dann erstaunt, was bei den Kindern hängengeblieben ist.

Wie kommt man zu einem „Richtig fallen hilft allen”-Training?
Jede Schulklasse kann mit mir Kontakt aufnehmen. Ein Kurs dauert drei bis vier Unterrichtseinheiten. Die Kosten gebe ich bei konkreten Anfragen bekannt.

Wie kommt man zu dem Beruf Stuntman?
Das war mein Kindheitstraum: Ich war ein Fan der Fernsehserie „Ein Colt für alle Fälle“ und wollte auch Stuntman werden. Ich bin nach Deutschland gegangen und habe dort die Ausbildung gemacht. Wenn Sie öfter „Alarm für Cobra 11“ gesehen haben, dann haben Sie mich auch schon gesehen.

Was sind die spektakulärsten Stunts, die Sie gemacht haben?
Für Außenstehende war das ein Auto, das 30 Meter weit fliegt und sich fünfmal überschlägt. Herausfordernder für meine Sicherheit sind aber Treppenstürze.

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25. Oktober 2010