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Der „Führerschein” fürs Fahrrad

Von Michael Achleitner

Die freiwillige Radfahrprüfung für SchülerInnen ab 10 Jahren ist ein wichtiger Beitrag zur Verkehrserziehung.

Polizist und Kinder bei der Radfahrprüfung

Wenn Kinder in die Schule kommen, nehmen sie meistens zum ersten Mal in ihrem Leben allein am Straßenverkehr teil. Ein paar Jahre später wollen viele von ihnen mit dem Fahrrad zur Schule fahren.

Radfahren ist für die heranwachsenden Kinder außerordentlich attraktiv und vom medizinischen und gesundheitlichen Aspekt her auch sehr zu begrüßen. Zudem sensibilisiert es Kinder für das richtige Verhalten im Straßenverkehr. Als Radfahrer muss man aber die Situationen im Straßenverkehr besser einschätzen können als in der Fußgängerrolle.

Deshalb sollten SchülerInnen theoretisch und praktisch auf die Anforderungen des heutigen Straßenverkehrs gut vorbereitet sein, bevor sie mit dem Fahrrad auf öffentlichen Straßen fahren. Dabei hilft die Ablegung der freiwilligen Radfahrprüfung, an der jährlich über 90.000 Kinder im Alter von zehn bis zwölf Jahren teilnehmen.

Der Weg ist das Ziel

In Österreich dürfen Kinder laut Straßenverkehrsordnung nach Vollendung des 12. Lebensjahres allein auf öffentlichen Straßen Radfahren. Durch Ablegung der „Freiwilligen Radfahrprüfung”, die die körperliche und geistige Reife von Kindern feststellt, ist dies auch schon ab dem 10. Lebensjahr möglich.

Die freiwillige Radfahrprüfung stellt seit Jahren an Österreichs Volksschulen einen fixen Programmpunkt dar. Die Radfahrprüfung für Schulklassen umfasst je einen praktischen und theoretischen Schulungskurs, sowie eine praktische und theoretische Prüfung. Die Prüfung sollte aber nicht im Mittelpunkt stehen. Vielmehr ist der Weg das Ziel. Die Vorbereitung auf die freiwillige Radfahrprüfung ist ein wichtiger Lernprozess, den Kinder der 4. bzw. 5. Schulstufe im Rahmen der Verkehrserziehung durchlaufen.

Mädchen mit Radhelm

Lehrkräfte als BegleiterInnen

Die Vorbereitung der Kinder auf die Radfahrprüfung wird zum größten Teil von den LehrerInnen übernommen. Um die Lehrpersonen dabei besser zu unterstützen, wurde die Lehrermappe (siehe Kasten rechts) mit hilfreichen Materialien als Ergänzung zum Schülerheft entwickelt.

Das Österreichische Jugendrotkreuz als langjähriger Träger dieses Programms hat gemeinsam mit einer Gruppe von Experten in der Verkehrserziehung und den Programm-Partnern AUVA und ÖAMTC zu jedem im Schülerheft behandelten Thema Hintergrundinformationen, Vorschläge für den Unterricht und Begleitmaterialien zusammengestellt.

Die Ausbildung der SchülerInnen zum „geprüften Radfahrer“ bereitet diese schon in jungen Jahren auf die spätere Führerscheinprüfung vor und ist somit ein wichtiger Beitrag zur Verkehrserziehung.


25. Mai 2016