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Fahrrad trotz(t) Kälte

Von Michael Achleitner

Immer mehr Menschen entdecken die Vorzüge des Radfahrens im Winter. Wer ein paar einfache Tipps und Tricks beherzigt, kann auch bei den eisigen Temperaturen mit dem Rad fahren.

Rad in tiefverschneiter Winterlandschaft

Klar, Ausreden sind schnell gefunden, selbst wenn man kein Couch-Potato ist: zu windig, zu nass, zu rutschig – und für die Kondition gibt es schließlich auch das Fitnessstudio. Stimmt! Enthusiastische Fahrradfahrer kann dennoch nichts aufhalten – nicht einmal Eis, Minusgrade, Kälte, Schnee und Nässe in den kalten Wintermonaten. Wenn Sie einige Regeln beachten, spricht auch nichts gegen das Radfahren im Winter.

Gute Beleuchtung

Eine gut funktionierende Fahrradbeleuchtung ist das A und O im Straßenverkehr bei winterlichen Verhältnissen. Auch wenn es noch gar nicht dämmert, ist es ratsam, das Licht immer einzuschalten, damit andere Verkehrsteilnehmer selbst bei dichtem Schneetreiben und mit beschlagenen Scheiben Sie rechtzeitig sehen können. Erfahrungsgemäß setzten Seitenläufer-Dynamos bei Nässe schnell aus, deswegen disqualifizieren diese sich für das Radfahren im Winter. Dagegen haben sich Nabendynamos bewährt, zudem sind sie geräuschlos und laufen ohne Widerstand. Auch die passiven Leuchtelemente wie Reflektoren sind wichtig.

Bewegung ist gesund

Wer glaubt, Radfahren bei Minusgraden sei ungesund, der irrt. Der Wechsel kalt/warm stimuliert das Immunsystem. Das bringt das Abwehrsystem in Schwung. Auch die Sorge, dass die kalte Luft die Lungen schädigt, ist bei gesunden Menschen unbegründet. Die Luft wird auf dem Weg in die Lungen ausreichend erwärmt.

Gut anziehen

Das Zwiebelprinzip schützt den Körper zusätzlich. Das heißt, mehrere Kleidungsschichten umhüllen den Körper. Auf der Haut sollte ein atmungsaktives Funktionshirt liegen. Es transportiert den Schweiß und hält den Oberkörper warm. Die zweite Schicht setzt den Feuchtigkeitsabtransport fort. Als äußerste Schicht eignet sich eine Mikrofaser- oder Softshelljacke. Sie hat eine große Atmungsaktivität. 

Fahrtechnik

In Kurven gilt: Von außen ansteuern und am Scheitelpunkt durchfahren. Das kurveninnere Pedal steht oben. Wichtig: Vorausschauend fahren, speziell die Vorderradbremse dosiert einsetzen. Je glatter es ist, desto höher sollte der Gang sein. Ruckartiges Treten erhöht die Rutschgefahr.
Übrigens: Ist ein vorhandener Radweg nicht geräumt und gestreut, sind Radfahrer von der Benutzungspflicht befreit. Sie können dann auch die normale Fahrbahn benutzen.

Richtige Bereifung

Wie auch beim Auto ist ein gutes Profil der Reifen erforderlich, damit Sie einen guten Grip haben. Außerdem ist es sinnvoll, bei normalen Fahrradreifen den Druck bis auf den Mindestdruck abzulassen. Die Reifen haben damit mehr Angriffsfläche auf der verschneiten Fahrbahn. Sind Sie im Winter viel unterwegs, dann könnte sich die Investition von speziellen Winterreifen lohnen. Diese Winterreifen sind besonders pannensicher, verfügen über einen reflektierenden Leuchtring entlang dem Mantel, und bieten eine erhöhte Traktion.

Wechseln Sie zu Hause nach der Tour oder im Büro nach dem Weg zur Arbeit rasch die nasse Kleidung und trocknen Sie sorgfältig die Haare. Der Körper hat trotz der kühlen Witterung sehr viel Flüssigkeit verloren. Eine heiße Dusche und ein warmes Getränk tun jetzt richtig gut.

 
7. Jänner 2013