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Wir fahren mit der Eisenbahn!

Von Michael Achleitner

Ein Wandertag ist oft der Höhepunkt der Volksschulzeit, in der Sekundarstufe sind es die Schulland- und Sportwochen. Neben dem Stärken der Klassengemeinschaft sind sie auch ideal dafür geeignet, um den Schülerinnen und Schülern Verkehrserziehung näher zu bringen.

Kinder auf der Reise im Zug zur Schullandwoche

Auf Schulausflügen und Schulwochen gibt es jede Menge Spaß und Lernanlässe – sei es das Erlernen von Sportarten, Museumsbesuche, das Stärken der Klassengemeinschaft, das Kennenlernen neuer Orte und vieles mehr. Aber auch die Ab- und Anreise zu einem Aufenthaltsort kann zu einem eigenen Erlebnis und Lernanlass werden. 

Aufgaben und Ziele

Entscheidend ist dabei, die Schülerinnen und Schüler bereits bei der Planung intensiv miteinzubeziehen. Sie können Fahrzeiten und Zugverbindungen im Internet oder mit Hilfe von Fahrplänen ermitteln, sich nach den Kosten für Einzel- und Gruppenfahrkarten erkundigen. Zur Vorbereitung kann der Bahnhof erkundet werden, die verschiedenen Züge und Zugarten unterschieden, das Verhalten am Bahnsteig gelehrt und das Reiseziel und der Weg dorthin auf der Karte nachvollzogen und eingeordnet werden. Zudem können die Vor- und Nachteile verschiedener Verkehrsmittel für den Schulausflug abgewogen und gemeinsam eine begründete Entscheidung getroffen werden.

Verreisen mit dem Zug

Kinder im Volksschulalter kennen aus ihrem familiären Umfeld Ausflüge und Urlaubsreisen meist nur mit dem Auto als Verkehrsmittel. Vielleicht sind die Kleinen sogar schon einmal mit dem Flugzeug verreist. Die Wenigsten kennen laut Umfragen allerdings die Reise mit der Bahn. Für viele Schülerinnen und Schüler ist es auch der erste Kontakt mit öffentlichen Verkehrsmittel. 

In Sachen Mobilitäts- und Verkehrserziehung würde ein Wählen dieses Verkehrsmittels allerdings perfekt passen, sollen sich die Kinder doch mit Fragen der zukünftigen (nachhaltigen) Mobilität auseinandersetzen und sich so zu einer reflektierten Wahl der Verkehrsmittel befähigen. Dies ist jedoch nur möglich, wenn die Kinder praktische Erfahrungen mit den Verkehrsmitteln machen können.

Vor- und Nachteile

Der große Vorteil der Zugfahrt ist die Bewegungsfreiheit, die beispielsweise im Bus nicht so gegeben ist. Man kann aufstehen, zur Toilette gehen, mit Klassenkameradinnen und -kameraden in einem Abteil zusammensitzen.

Natürlich ist die Lage des Bahnhofs entscheidend. In der Regel kann als Treffpunkt aber der Bahnhofsvorplatz vereinbart werden. Liegt das Ziel der Reise allerdings weit von einem Bahnhof entfernt und ist es auch mit öffentlichen Verkehrsmittel nur schwer zu erreichen, wird sich eine Busfahrt vermutlich besser eignen. Ein weiteres Problem stellt – gerade für Volksschulkinder – das Gepäck dar. Viele Kids können ihren Koffer kaum selbst tragen. Hier könnte ein Gepäcktransfer vereinbart werden. Viele Unterbringungen holen die Reisekoffer ihrer Gäste am Bahnhof ab – die Klasse kann sich ohne schwere Taschen auf die erste Wanderung machen. Insgesamt ist es nicht nur wegen des Gepäcks ratsam, Verbindungen möglichst ohne oder nur mit einmaligem Umsteigen zu wählen. 

Auch wenn der Planungsaufwand für eine Klassenfahrt per Eisenbahn höher ist als der einer Busreise, ist der Lernertrag durchaus gewinnbringend und rechtfertigt den Aufwand.


29. Oktober 2012