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Fußgänger zu dunkel gekleidet

Rund ein Viertel aller Unfälle mit Personenschaden passiert laut Statistik Austria bei Dämmerung, Dunkelheit oder künstlicher Beleuchtung. Ende Dezember wurden an zwei Kreuzungen nach Einbruch der Dunkelheit rund 2.100 Fußgänger, Radler, Motorrad- und Autofahrer beobachtet. Die vom ÖAMTC durchgeführte Untersuchung ergab, dass zwei Drittel aller Fußgänger zu dunkel gekleidet waren. Autofahrer und Radfahrer hingegen waren gut wahrzunehmen.

Von Michael Achleitner

Mann mit reflektierender Kleidung überquert bei Dunkelheit eine Straße

Offenbar sorgen sich gerade die schwächsten Verkehrsteilnehmer, die Fußgänger, am wenigsten um ihre Sichtbarkeit und dementsprechend um ihre Sicherheit. Das hat eine Erhebung des ÖAMTC Ende Dezember an zwei Kreuzungen in Wien ergeben. 73 Prozent aller Fußgänger waren dunkel gekleidet, was sie für andere Verkehrsteilnehmer sehr schwer wahrnehmbar gemacht hat. 

2.100 Fußgänger, Radfahrer, Motorrad- und Autofahrer wurden im Zuge der Erhebung beobachtet. Die Autofahrer seien gut sichtbar unterwegs gewesen, lediglich bei fünf Prozent der Pkw fiel mindestens ein defektes Licht auf. 
Trotz geringer Temperaturen am Erhebungstag (um die vier Grad) waren viele Menschen mit dem Rad unterwegs. Auch sie achteten großteils darauf, gesehen zu werden. 81 Prozent der Radler hatten eine funktionierende Beleuchtung eingeschaltet. Nur 36 Prozent der Radfahrer entschieden sich interessanterweise bei den winterlichen Verhältnissen dafür einen Helm zu tragen. Und nur zwölf Prozent der Pedalritter nutzten die Möglichkeit, zusätzlich reflektierendes Material an ihrer Kleidung anzubringen. 

Eigenbeleuchtung gerade im Winter

Am geringsten achteten jedoch wie gesagt die Fußgänger darauf, gut gesehen zu werden. Unabhängig von modischen Aspekten sollten man unbedingt Kleidung tragen, die auch in der Dunkelheit gut sichtbar ist, rät der ÖAMTC. Ungefähr 90 Prozent der Informationen im Straßenverkehr wird über die Augen wahrgenommen. Gerade im Winter sind die Tage kurz, sehr oft kommt es zu Sichtbehinderungen durch Nebel oder Schneefall. Dementsprechend wichtig ist eine vernünftige Eigen- und Fremdbeleuchtung. 

Tipps zur besseren Sichtbarkeit im Straßenverkehr

  • Reflektierende Materialien an Taschen, Schuhen und Kleidung bringen zusätzliche Sicherheit (siehe auch Infokasten rechts). Vor allem Kinder sollten damit ausgestattet sein.
  • Wenn Fußgänger oder Radfahrer eine Straße queren müssen, sollte das gerade nach Einbruch der Dunkelheit nur an gesicherten Stellen geschehen. Ampelanlagen, Schutzwege, Über- und Unterführungen bieten zumindest ein Mindestmaß an Sicherheit.
  • Verkehrsteilnehmer sollten generell nicht davon ausgehen, dass sie von anderen automatisch wahrgenommen werden – unabhängig davon, wie gut sichtbar man sich selbst fühlt.
  • Autolenker sollten insbesondere nach Einbruch der Dämmerung im Bereich von Schulen, Einkaufszentren oder Märkten mit erhöhter Aufmerksamkeit fahren.
  • Nicht nur defekte Scheinwerfer müssen umgehend repariert werden. Auch die richtige Einstellung des Lichts ist wichtig. 

 

23. Jänner 2012