• Hauptartikel

Umfassende Mobilitätserziehung

Der Straßenverkehr ist Teil unseres Alltags und beeinflusst unser Leben in vielerlei Hinsicht. Von klein auf sind auch unsere Kinder Verkehrsteilnehmer, die lernen müssen, sich in diesem komplexen System sicher und verantwortungsbewusst zu bewegen.

Vater überquert mit Kind die Straße auf dem Zebrastreufen

Natürlich spielt die Vorbildwirkung der Eltern eine wichtige Rolle, aber auch der Schule kommt große Bedeutung zu. Deshalb wurde eine praxisorientierte Verkehrserziehung im Ausmaß von 10 Stunden vom Bildungsministerium als verpflichtender Bestandteil des Lehrplans der Volksschule festgelegt.

Kritische Auseinandersetzung

Wobei der Begriff Verkehrserziehung mittlerweile dem der Mobilitätserziehung gewichen ist. Es geht nicht nur um den reinen Sicherheitsaspekt, wie das Erkennen und Vermeiden von Gefahren, und darum, dass die Kinder lernen, sich dem Verkehr anzupassen. Zusätzlich erfolgt die Hinführung zu einer kritischen Auseinandersetzung mit den derzeitigen Mobilitätsformen und ihren Auswirkungen auf die Umwelt und auf die Gesundheit.

Lärm- und Stressvermeidung, die Schadstoffbelastung in Ballungsräumen, die gesundheitsfördernde Wirkung des Gehens und Radfahrens (auch im Zusammenhang mit dem Schulweg) oder die Bedeutung von vorhandenen Bewegungs- und Kommunikationsräumen sind wichtige Themen der Mobilitätserziehung.

Darüber hinaus sollen Kinder und Jugendliche lernen, durch ihr Verhalten im Straßenverkehr (angepasste Geschwindigkeit, Verzicht auf Drogen- und Alkoholkonsum, ökologischer Fahrstil etc.) ihre eigene Gesundheit und die Gesundheit der anderen Verkehrsteilnehmer zu bewahren.

Mehr als nur Regeln

Die Teilnahme am Straßenverkehr wird außerdem als ein auf Partnerschaft gerichtetes, soziales Handeln vermittelt. Das Miteinander im Verkehr kann nicht auf das Befolgen von Regeln reduziert werden, sondern jeder Verkehrsteilnehmer muss für sich selbst und für die anderen Verantwortung tragen, Rücksicht nehmen, auf Vorrechte verzichten und flexibel auf die jeweilige Situation reagieren können.

Mobilitätserziehung ist schließlich auch ein Beitrag zur politischen Bildung. Verkehrsprobleme berühren ja gewöhnlich nicht nur Einzelne, sondern Stadtviertel, Ortsteile oder die gesamte Kommune. Wenn Schülerinnen und Schüler etwa im Rahmen eines Projektunterrichts zur Verbesserung des Schulumfelds tätig werden, müssen sie Betroffene, verschiedene Verwaltungsbehörden, einschlägig tätige Organisationen und politische Entscheidungsträger einbinden. Das bietet die Möglichkeit, sich als mündige Staatsbürgerinnen und Staatsbürger bewegen und erleben zu können.


7. November 2011