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Mobilität und Schule

Täglich verursachen SchülerInnen, Eltern und LehrerInnen ein erhebliches Verkehrsaufkommen. Die Wege von und zur Schule bestimmen das Mobilitätsverhalten vieler Menschen. Deshalb ist es wichtig diese Wege möglichst zeiteffizient, umweltverträglich und an die jeweiligen Bedürfnisse anzupassen. Wie man das Thema Mobilität nachhaltig im Bewußtsein der SchülerInnen verankern kann, sollen einige Tipps für den Unterricht zeigen.

Von Michael Achleitner

Bub beim Überqueren der Fahrbahn

Es gibt viele unterschiedliche Möglichkeiten das Thema Mobiliät in den Unterricht zu integrieren. Zuerst sollte das aktuelle Mobilitätsverhalten von SchülerInnen abgefragt werden. Dabei können Gefahren und Besonderheiten des Schulwegs erötert, und festgestellt werden, wie die SchülerInnen in die Schule gelangen (mit dem Auto, öffentlichen Verkehsmitteln, dem Fahrrad, oder zu Fuß). Die Antworten werden im Anschluß ausgewertet und analysiert. Die gewonnenen Ergebnisse dienen als Grundlage für Veränderungen und für die Definition von Zielen.

Nun kann man dazu übergehen, in der Klasse Aktivitäten zu planen, die zu einer tatsächlichen Veränderung des Mobilitätsverhaltens führen (Hinweis: eine Überprüfung des Erfolgs der gesetzten Maßnahmen sollte ebenfalls durchgeführt werden, um Korrekturen vornehmen zu können. Dies steigert auch den Lerneffekt):

Tempolimits und Verkehrsberuhigung

In Kooperation mit der Polizei und Gendarmerie kann man beispielsweise Geschwindigkeitsmessungen durchführen. Die Kinder und Jugendlichen können selbst die Geschwindigkeit der Fahrzeuge im Schulbereich messen, Gefahrenbereiche erheben und Verbesserungsvorschläge ausarbeiten und anregen. Auch hier sollte es nicht dabei bleiben Vorschläge zu erarbeiten, sondern es sollten Schritte gesetzt werden diese Vorschläge (ev. mit Prioritätenreihung) umzusetzen. Dabei lernt man auch die Hürden kenne, die einer Umsetzung im Weg stehen (politisch, finanziell...).

Schulweganalyse

Eine weitere Aktivität ist die Analyse des Schulwegs. Auf einem Plan trägt jeder Schüler/jede Schülerin seinen täglichen Schulweg ein und kennzeichnet dabei unsichere Stellen (wo ist es gefährlich, wo ist der Gehsteig zu schmal/nicht vorhanden …?). Nun geht es daran Lösungsvorschläge zu erarbeiten (Ausweichen von Gefahrenstellen, Ansuchen an Bezirkshauptmannschaft stellen, Einsatz von Schülerlotsen andenken, ...)

Schulwegbegleitung

Neben Schülerlotsen können zur Schulwegsicherung aber auch Begleiter organisiert werden. In Arbeitsgruppen können Pläne erstellt werden, wie etwa ältere SchülerInnen die Jüngeren in die Schule begleiten können. Auch Elternbegleitzirkel (Eltern begleiten mehrere Kinder zur Schule) könnten angedacht werden. Wichtig hierbei ist wieder nach einigen Wochen den Erfolg des Projekts mit den SchülerInnen zu evaluieren und eventuell Verbesserungen zu erarbeiten.

Gehandicapt

Im Rahmen eines Projektvormittags können SchülerInnen auch in die Rolle von gehbehinderten Personen, Eltern mit Kinderwagen, oder Personen mit großen Einkaufstaschen schlüpfen und so realitätsnah die Gefahren der Verkehrswelt erkunden.

Werbeplakate/Imagekampagne

Die SchülerInnen können Plakate für sichere und umweltbewusste Mobilität entwerfen und präsentieren. Nach Auswahl der erfolgversprechendsten Idee, sollte diese auch tatsächlich umgesetzt werden (vielleicht gibt es die Möglichkeit die Sujets zumindest in der Umgebung der Schule zu plakatieren!

Wichtig bei allen Unterrichtsaktivitäten zum Thema Mobilität ist vorallem, keine Aktionen mit ausschließlich symbolischem Wert zu setzen: LehrerInnen sollten darauf achten, dass im Unterricht erarbeitete Strategien und Konzepte auch umgesetzt werden können und somit direkte Auswirkungen auf die Lebenswelt der SchülerInnen haben.


25. Juli 2011