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Masterplan Verkehrssicherheit

Ein Programm für die Verkehrssicherheit soll Österreich unter die fünf sichersten Länder Europas bringen.

Von Michael Achleitner

Mädchen fährt am Radfahrparcour

Die Sicherheit im Straßenverkehr ist ein Menschenrecht. Begleitend zur Dekade der Verkehrssicherheit 2011–2020, die von den Vereinten Nationen ausgerufen wurde, hat die Österreichische Bundesregierung nun das Programm zur Verkehrssicherheit 2011–2020 für unser Land entwickelt.

Ein gezielter Maßnahmen-Mix aus gesetzlichen Neuerungen und bewusstseinsbildende Maßnahmen soll Österreich an die europäische Spitze in punkto Verkehrssicherheit führen. Erste Schritte sind bereits im Mai in die Wege geleitet worden:

  • Mehr Schutz auf Schutzwegen (Pilotprojekt: Videoüberwachung)
  • Radhelmpflicht für Kinder (bis zum 12. vollendeten Lebensjahr – vorerst ohne Sanktionen)

Nachhaltiges Mobilitätsverhalten

Die Erziehung junger Menschen zu einem umweltfreundlichen, nachhaltigen Mobilitätsverhalten ist der wohl jene Maßnahme, die langfristig den größten Beitrag zu mehr Sicherheit auf unseren Straßen leistet. Ein ganz wesentlicher Punkt im Maßnahmenpaket des Programms ist deshalb auch die Mobilitätsbildung in Schule und Kindergarten. Die SchülerInnen von heute entscheiden als NutzerInnen des öffentlichen Personennahverkehrs, als RadfahrerInnen, oder aber als AutofahrerInnen künftig darüber, wie die Verteilung dieser Verkehrsarten ausfällt – die Verkehrserziehung kann einen wesentlichen Einfluss darauf haben.

Bereits in der Kindergarten- und Schaulausbildung sollten Kinder verstärkt auf das Agieren im motorisierten Verkehr vorbereitet werden, um schon früh zwischen „richtigem“ und „falschem“ Verhalten auf der Straße unterscheiden zu können.

Schulische Verkehrserziehung ausbauen

Die bisherigen Schwerpunkte der klassischen Verkehrserziehung sollen weiter ausgebaut werden. Die „Verkehrssicherheitskultur“ – das Miteinander und die gegenseitige Rücksichtnahme sind die wesentliche Bestandteile – steht dabei im Vordergrund. Dazu soll ein Programm zum sozialen Lernen für die Verkehrserziehung entwickelt werden, in das neue Konzepte wie der Peergruppenansatz (SchülerInnen lernen von Gleichaltrigen) verstärkt implementiert werden soll.

Evaluierungen des „Unterrichtsprinzip Verkehrserziehung“ zeigen, dass es notwendig ist, Kompetenzen in Ergänzung zur Verkehrssicherheitskompetenz zu entwickeln und sie in den Schulalltag einzubauen (z. B. Mobilitätskompetenz, Risikokompetenz). Verkehrserziehung soll zudem unbedingt auch in die LehrerInnenausbildung aufgenommen und in der LehrerInnenfortbildung verstärkt werden.

Ehrgeiziges Ziel

Ziel des Programms für die Verkehrssicherheit 2011–2020 ist es, Österreich in punkto Verkehrssicherheit unter den fünf besten Ländern Europas zu platzieren! Das heißt:

  • 50 Prozent weniger Verkehrstote bis 2020
  • 40 Prozent weniger Schwerverletzte bis 2020
  • 20 Prozent weniger Unfälle mit Personenschaden bis 2020



30. Mai 2011