• Hauptartikel

Pro und contra Radhelmpflicht für Kinder

Kinder bis 12 Jahre müssen ab Juni einen Fahrradhelm tragen. Experten sind sich uneinig über die Sinnhaftigkeit dieser Maßnahme. Hier eine Übersicht über die Argumente.

Von Thomas Aistleitner

Mädchen mit Radfahrhelm

Unter dem Aspekt der Sicherheit steht die Bestimmung der Novelle zur StVO, durch die ab Juni 2011 eine Radhelmpflicht für Kinder bis zum 12. Lebensjahr eingeführt wird. Im Einzelnen werden damit auch Personen, die ein Kind beim Radfahren beaufsichtigen, verpflichtet, dafür Sorge zu tragen, dass das Kind einen Sturzhelm trägt. Eine Verletzung dieser neu geschaffenen Helmtragepflicht stellt allerdings keine Verwaltungsübertretung dar.

Die Argumente aus der Diskussion im Parlament können Sie hier nachverfolgen.

PRO RADHELMPFLICHT

ZUSTIMMUNG
Die Radhelmpflicht entspricht dem Willen der Bevölkerung. Laut einer Umfrage des Kuratoriums für Verkehrssicherheit (KfV) befürworten 96 Prozent der Bevölkerung die Radhelmpflicht für Kinder bis 10 Jahre. 91 Prozent wären außerdem für eine Helmpflicht bis 15 Jahre.

SICHERHEIT
Jährlich erleiden rund 2000 Kinder nach Stürzen mit dem Rad Kopfverletzungen. Laut einer Studie des Kuratoriums für Verkehrssicherheit könnten 900 Kopfverletzungen bei Kinder pro Jahr mit der Helmpflicht verhindert werden. Bei Kindern sei außerdem das Kopfverletzungsrisiko aufgrund ihrer Körperproportionen und ihrer Reaktionsmuster größer.

BEWEGUNG/PÄDAGOGIK
Die Auswirkungen auf die Radfahrhäufigkeit sei bei einer Helmpflicht nur für Kinder nicht vergleichbar mit einer allgemeinen Helmpflicht. 75 Prozent aller Kinder sind bereits mit Helm unterwegs – es ist daher nicht zu erwarten, dass die Helmpflicht Kinder vom Fahrradfahren abhält.


2. Mai 2011