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Sicher Radfahren im Winter

Immer öfter wollen Radfahrer/innen auch in der kalten Jahreszeit nicht auf ihr liebstes Verkehrsmittel verzichten. Um das Radeln bei Eis und Schnee zu einer möglichst sicheren Fortbewegungsart zu machen gilt es einige Dinge zu beachten.

Von Nicole Rennhofer

Fahrrad im Schnee

In erster Linie muss zunächst der richtigen Ausrüstung des Fahrrades Augenmerk geschenkt werden. Da es in Herbst und Winter früh dunkel wird und zusätzlich durch Nebel oft schlechte Sicht herrscht, ist es besonders wichtig, im Verkehr gut und rechtzeitig sichtbar zu sein. Am Besten kontrolliert man vor dem Fahrtantritt die Vollständigkeit und Funktionstüchtigkeit der Sicherheitsausstattung des Rades. Dazu gehören ein Front- und ein Rückstrahler, Speichenstrahler bzw. Reifen mit Reflektor sowie Pedalrückstrahler. Bevor man losfährt sollte das Licht vorne und hinten montiert oder zumindest mitgenommen werden, denn im Falle eines Defektes kann es schnell passieren, dass man im Dunkeln steht.

Warm und sicher

Eiskalte Hände und Füße beim Radfahren sind nicht nur unangenehm, sondern stellen ein Sicherheitsrisiko dar. Gefühlvolles Bremsen und Treten wird so unmöglich. Die optimale Bekleidung für das winterliche Radeln ist daher warm und aufgrund der besseren Sichtbarkeit möglichst bunt und kräftig gefärbt. Obwohl man darauf achten sollte, sich nicht zu warm anzuziehen, ist es empfehlenswert, exponierte Körperteile wie Hände, Ohren, Knie und Füße besonders gut zu schützen und winddichte Oberbekleidung zu tragen. Handschuhe und Schuhe speziell zum Radfahren sollten im Winter immer etwas größer gekauft werden, damit die Blutzirkulation nicht beeinträchtigt wird. Ein gut sitzender Radhelm gehört ebenfalls stets zu einer vollständigen Ausstattung.

Nicht ins Rutschen kommen!

Dem Untergrund sollte man beim Radfahren gerade im Herbst und Winter große Aufmerksamkeit schenken – denn schon feuchte Blätter können schnell zum Sturz führen. Bei Nässe kann es vor allem auf Schienen gefährlich rutschig werden, beim Fahren auf Zebrastreifen ist ebenso größte Vorsicht geboten. Doch auch bei trockener Fahrbahn muss man sich im Winter auf veränderte Bedingungen durch die Kälte einstellen. So wird beispielsweise das Fett in den Lagern bei niedrigen Temperaturen zäher, wodurch das Rad weniger leicht läuft. Die Bremsen verzögern schlechter und die Haftung der Reifen wird verringert, da die Kälte sowohl Brems- als auch Reifengummi erhärtet. Der auf den Straßen und Wegen liegende Rollsplitt bedeutet für RadlerInnen vor allem beim Bremsen und in Kurven die Gefahr einer Rutschpartie mit Sturzfolge. Vom Fahren auf Glatteis sollte man prinzipiell eher absehen, da hier die Sturzgefahr extrem erhöht ist. Bei Eis, Schnee und Matsch kann die Bestückung mit Spikes sinnvoll sein. Bei winterlichen Witterungsverhältnissen sollte außerdem der Reifendruck etwas reduziert und nur die Hinterbremse verwendet werden. Schon kleine Unebenheiten auf der Fahrbahn wie etwa ein kleiner Eisklumpen können Radfahrer/innen ins Rutschen bringen. Langsameres sowie besonders umsichtiges Fahren ist daher eine Grundvoraussetzung, um sicher mit dem Drahtesel durch die kalte Jahreszeit zu kommen.

7.2.2011