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Verkehrssicherheit im Winter

Von Michael Achleitner

Der Winter hat heuer bereits aufgezeigt, dass er unmittelbar vor der Tür steht. Die Temperaturen sinken und eine nasse Straße kann schnell zur Eislaufbahn werden. Die Sichtverhältnisse werden schlechter, es ist länger dämmerig und dunkel. Erhöhte Aufmerksamkeit ist notwendig!

Fahhradfahrer auf Schneefahrbahn

Sicherheit für Fußgänger

Von Oktober bis März verunglücken morgens mehr Kinder als im Frühling und Sommer. Gerade im Herbst und Winter ist deshalb die Wahl des richtigen Schulwegs wichtig. Breite, stark frequentierte Straßen und Gehsteige sind im Winter eher geräumt und meist besser beleuchtet.
Fußgänger sollten auch bei der Wahl ihrer Kleidung verstärkt auf gute Sichtbarkeit Wert legen: Während dunkel gekleidete Personen laut aktuellen Studien nur aus einer Distanz von weniger als 30 Metern erkennbar sind, nehmen Autofahrer und andere Verkehrsteilnehmer hell gekleidete Fußgänger und Radfahrer schon aus bis zu 90 Metern wahr. Reflektoren an der Kleidung erhöhen die Sichtbarkeit auf bis zu 160 Meter (siehe dazu auch die Aktion „Mach dich sichtbar“ im Kasten rechts).
Ein Autofahrer kann aufgrund der Dämmerungssehschärfe einen dunkel gekleideten Fußgänger trotz beleuchteter Straße nicht wahrnehmen. Ausschlaggebend für dessen Sichtbarkeit ist nämlich nicht die Beleuchtung der Stelle, an der er steht, sondern welchen Kontrast er gegen seinen Hintergrund bildet.

Sicherheit für Radfahrer

Immer mehr Allwetterradler sind auch im Winter unterwegs. Radfahrer sollten besonders im Herbst und Winter die Beleuchtung ihres Fahrrads auf Funktionsfähigkeit überprüfen und bei Bedarf reparieren. Gleiches gilt für Speichenreflektoren und seitliche Reflektorbänder an den Reifen. Ein Helm sollte spätestens zur Herbstzeit ebenfalls zur Fahrradausrüstung gehören. Zwar kann auch er einen Sturz auf nassem Herbstlaub nicht verhindern, allerdings beugt er im Falle eines Unfalles schweren Schädelverletzungen vor. Es empfiehlt sich möglichst nur auf geräumten Radwegen zu fahren. In jedem Fall ist es empfehlenswert beim Bremsen immer die hintere Bremse zu verwenden. Das Tragen von heller oder reflektierender Kleidung erhöht auch die Sichtbarkeit von Radfahrern.

Sicherheit für Autofahrer

Autolenker überschätzen oft ihre Sicht bei Dunkelheit, da Beleuchtung oder reflektierende Leitpfosten ein falsches Sicherheitsgefühl vermitteln. Der Fahrer passt seine Geschwindigkeit seiner subjektiven Sicht an und fährt schneller, als es die objektiven Sichtverhältnisse zulassen. Er orientiert sich nur an der Helligkeit, fokussiert seinen Blick bewusst auf das, was er sehen kann. Wer eine 200 Meter entfernte Leitplanke sieht, kann sich nicht vorstellen, einen dunkel gekleideten Fußgänger, der nur 40 Meter entfernt ist, nicht sehen zu können. Deshalb ist im Winter besondere Aufmerksamkeit erforderlich.
Nur ca. 75 Prozent der Autofahrer machen ihr Fahrzeug rechtzeitig winterfit (Batterie, Winterreifen, Beleuchtung, etc.). Im Zeitraum vom 1. November bis zum 15. April müssen Autos über eine Winterausrüstung verfügen. Darunter sind Winterreifen zu verstehen, die als M+S, M.S. oder M&S markiert sind und eine Profiltiefe von mindestens vier Millimeter aufweisen müssen. Das gilt erst recht bei winterlichen Fahrverhältnissen wie Schneefall, Schneematsch, zentimeterhohem Neuschnee auf den Straßen, aber auch bei gefrierendem Regen und Glatteis. Wer hier mit Sommerreifen unterwegs ist, muss mit einer Strafe rechnen. Im geringsten Fall beträgt die Höhe der Strafe € 35,–, im extremsten Fall bis zu € 5.000,–.

Bei extremen Wetterverhältnissen ist es ohnehin besser, das Auto stehen zu lassen, denn öffentliche Verkehrsmittel sind im Winter sicherer!


8. November 2010