• Hauptartikel

SERIE: WISSEN IM VERKEHR

Lärmschutz

Lärmschutz wird wichtiger, nicht nur im Straßenverkehr. Was ist Lärm und wie kann man sich dagegen schützen?

Von Thomas Aistleitner

Bub hält sich die Ohren zu

In einer Welt, in der Menschen leben, ist er fast so allgegenwärtig wie die Luft zum Atmen und das Licht zum Sehen – aber niemand braucht ihn, den Lärm. Autos fahren, Motorräder knattern und selbst über den entlegensten Orten kann jederzeit ein Flugzeug kreuzen. Experten sagen: Lärm nervt nicht nur, Lärm kann krank machen. Doch das Thema findet wenig Beachtung: Wieder einmal ist am 25. April der „Tag des Lärms“ vergangen, ohne dass es jemandem groß aufgefallen wäre ...

Lärm birgt neben dem Rauchen das zweitgrößte Risiko für Herzerkrankungen, sagen die ExpertInnen vom Umweltbildungszentrum Graz. „Gönn deinen Ohren Ruhepausen!“, verlangen sie. Doch das ist gar nicht so einfach. Wenn uns Licht blendet, können wir die Augen schließen oder blinzeln. Die Ohren können wir nicht schließen, höchstens zuhalten. Unsere Ohren haben 24 Stunden am Tag geöffnet und sind dabei sehr empfindlich.

WAS IST LÄRM?

Die Hörschwelle für menschliche Ohren liegt bei 0 Dezibel. Ist die Hörschwelle überschritten, wird das Geräusch mit zunehmendem Schalldruckpegel als lauter empfunden. Geräusche ab 90 dB können zu chronischen Hörschäden führen, wenn man ihnen täglich oder dauerhaft ausgesetzt ist. Steigt der Schalldruckpegel über 110 Dezibel, wird das Hören unangenehm (Unbehaglichkeitsschwelle), über 130 Dezibel schmerzhaft (Schmerzschwelle). Lärm ist ein unerwünschtes Schallereignis, das die Gesundheit und das Wohlbefinden von Menschen beeinflussen kann. Lärm ist Schall, der betroffene Personen stört oder gesundheitlich schädigt, je nach Stärke, Art und Dauer in unterschiedlichem Maße. Die Lärmempfindung ist subjektiv, somit abhängig von der oder dem Hörenden und dadurch nicht messbar!

AUSWIRKUNGEN

Verkehrslärm stellt laut WHO nach der Luftverschmutzung, das zweitgrößte umweltbedingte Gesundheitsrisiko in Europa dar. Dauernder Verkehrslärm ist mit einem erhöhten Risiko für Herzinfarkte und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Schlafstörungen, Stress und Tinnitus verbunden.

MEINE LÄRMBELASTUNG

Wie finde ich die Lärmbelastung für einen bestimmten Ort heraus?
http://www.laerminfo.at/laermkarten.html

LÄRMRECHNER

Entfernung, Verkehrsmittel und andere Parameter eingeben – und Lärmbelastung erfahren!
www.laerminfo.at/dam/laerminfo/laermrechner/index.html

LÄRM-APPS

Die kostenlose „LärmApp” gibt es für Android und iOS. Die App misst die Lautstärke und zeigt an, ob der Lautstärkepegel gesundheitsschädlich ist. Die App wird herausgegeben vom Deutschen Berufsverband der Hals-Nasen-Ohren-Ärzte.

Dezibel-App: Auch dieser Schalldruckmesser ist kostenlos. Er ist kalibrierbar und verfügt via In-App-Kauf auch über die Möglichkeit der Speicherung der Messung.

LÄRMPRÄVENTION

Im Kindergarten:
„Mux Mäuschen Still“, die ausführliche Broschüre der AUVA, beschäftigt sich auf 40 Seiten mit allen Aspekten der Lärmvermeidung im Kindergarten.

In der Schule:
Hier finden Sie eine Mitmachbroschüre für Kinder zum Download.

Für Jugendliche:
DVD „Tatort Ohr“: Eine Reise durch das Ohr mit Experimenten, Arbeitsblättern, einem Konzentrationstest und einem Lärmquiz.

Für den Unterricht:
Georg Berger bietet den Workshop „Hören erleben“ an. Dabei geht es um die Bedeutung des Hörens in der Schule und im Alltag.

SPIELE

Jede Menge Spiele zum Thema Lärm findet man auf der Website von laerm.ch.

LINKS

 

30. April 2018