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Im Fall des Falles

Professionelle Trainer bringen Kindern bei, wie man richtig fällt, wenn man fällt. Das wirkt präventiv und macht Spaß.

Interview: Thomas Aistleitner

Falltraining

Sturz und Fall mit knapp 20.000 Unfällen pro Jahr ist mit Abstand die häufigste Unfallursache in der Schule, beim Schulsport und in Pausen. Bei der AUVA ortet man Unaufmerksamkeit, mangelnde Kondition und Koordination sowie Leichtsinn und Selbstüberschätzung als Risikoquellen.

Deshalb bietet die AUVA ein Falltraining an. Professionelle Trainer besuchen Schulen und zeigen Kindern, wie man richtig fällt, wenn man es nicht mehr vermeiden kann. Dieses Angebot der AUVA ist kostenlos (siehe Kasten).

Gerd Palme unterrichtet Bewegung und Sport und ist Sportkoordinator am BRG/ORG 23 in der Anton-Krieger-Gasse in Wien. Er berichtet, wie das Training in der Schule abläuft.

netzwerk-verkehrserziehung: Wie lange dauert das Falltraining?
Gerd Palme: Die AUVA bezahlt das Training für ein bestimmtes Kontingent an Schulen. Ich habe bei der AUVA angefragt, und so kam ein Termin zustande. Das Training dauerte zwei Stunden mit einer halben Klasse von 12 Schülern der ersten bis vierten Klasse.

Was wird genau unterrichtet?
Fallen und dann richtig abrollen: Wie stütze ich mich ab, wenn ich nach vorne falle? Wie rolle ich mich über die Motorhaube eines Autos ab? Wie reagiere ich, wenn ich über eine Treppe stürze? Dazu haben wir Balancierübungen gemacht.

Was war das Ziel der Übungen?
Das Kind soll, wenn ein Fall unvermeidbar ist, richtig reagieren.

Das kann man in zwei Stunden lernen?
Schwer zu sagen, ob solche Reaktionen nach zwei Stunden Training abrufbar ist. Aber ich glaube, es bleibt etwas hängen.

Das Training lässt sich nicht wiederholen?
Wenn man will, warum nicht: Ich baue die Übungen seither immer wieder in den Sportunterricht ein, so gibt es die notwendigen Wiederholungen, damit festigt sich das Wissen und ist im entscheidenden Moment abrufbar.

Würden Sie das Falltraining anderen Schulen empfehlen?
Ich kann es uneingeschränkt empfehlen. Es gab vor Jahren schon einmal eine Broschüre zu diesem Thema. Aber dieses Angebot ist viel näher an der Praxis.

Wie hat es den Kindern gefallen?
Es hat ihnen sehr getaugt, sie waren begeistert, weil das Training wirklich spektakulär war. weil es den Kindern Spaß gemacht hat. Auch die anfangs reservierten haben dann gerne mitgemacht.


9. Jänner 2017