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Ein Film, der Bilanz zieht

40 Jahre mobile Jugendverkehrsschule Tirol.

Interview: Thomas Aistleitner

Polizistin und Polizist beim Erklären der Verkehrszeichen

Seit 40 Jahren unterstützt die mobile Jugendverkehrsschule in Tirol Volksschulkinder dabei, die freiwillige Radfahrprüfung abzulegen. 6000 Kinder bekommen so jedes Jahr den begehrten Radfahrausweis. Zum runden Jubiläum erscheint ein Film, der frei angesehen werden kann. Verkehrserziehungsreferent Dieter Pantorotto zieht Bilanz.

Herr Pantorotto, wie ist es zu dem Film gekommen?
Dieter Pantorotto: Es war die Idee eines unserer Verkehrserzieher, zum Jubiläum einen Film als Unterstützung für die freiwillige Radfahrprüfung herauszugeben. Mit Hilfe des Landes Tirol und seines Medienzentrums haben wir den Film dann gemacht.

Was bedeutet „mobile Jugendverkehrsschule Tirol“?
Das ist eine in dieser Form einzigartige Zusammenarbeit zwischen Land Tirol, Jugendrotkreuz, Polizei und Sponsoren wie Raiffeisen, um möglichst viele Kinder zur freiwilligen Radfahrprüfung zu bringen.

Wie viele Kinder erreichen Sie damit?
Jedes Jahr bekommen rund 6000 Buben und Mädchen den Radfahrausweis.

Seit wann arbeiten Sie bei diesem Projekt?
Ich bin im Jahr 2010 dazugekommen. Ich habe mich als Lehrer immer für Verkehrserziehung interessiert, mich fortgebildet und in meinen Klassen auch regelmäßig Verkehrserziehung unterrichtet.

Mit dieser jahrelangen Erfahrung: Welche Wahrnehmung haben Sie von den Kindern heute im Vergleich zu früher? Hat sich etwas geändert?
Ich bemerke, dass die Kinder heute im Regelwerk besser vorbereitet sind, aber sie können weniger gut Radfahren als früher. Ich sehe in der vierten Klasse Volksschule Kinder, die zur Radfahrprüfung nicht antreten können, weil sie nicht Radfahren können.

Was fehlt diesen Kindern?
Das sind Mankos, die auf das gesellschaftliche Umfeld zurückzuführen sind. Die Bewegung kommt insgesamt zu kurz, das merkt man auch im Sportunterricht, z. B. beim Rückwärtsgehen, beim Balancieren oder ähnlichen motorischen Übungen.

Ist das eine Stadt-Land-Frage?
Nicht unbedingt. Aber Kinder aus dem ländlichen Raum sind von der Bewegungsarmut etwas weniger betroffen.

Sind Kinder mit Migrationshintergrund besonders betroffen?
Nicht direkt. Es ist ein allgemeiner Trend, dessen Hintergrund eher in der Bildungsferne der Eltern liegt.

Das Jugendrotkreuz bringt die Unterlagen zur Radfahrprüfung nun auch auf Arabisch und Dari heraus. Ein wichtiger, ein passender Schritt?
Das halte ich für sehr angebracht.

Wo kann man den Film ansehen?
Der Film wird auf der Innsbrucker Frühjahrsmesse erstmals präsentiert. In Tirol erhält diesen Film jede Volksschule in Form einer DVD. Zu sehen ist er ebenfalls hier auf netzwerk-verkehrserziehung.at (siehe Kasten rechts).


7. März 2016