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„Die Kinder müssen mitdenken lernen“

Verkehrserziehung für die Allerkleinsten. Da brauchen die Eltern immer noch Unterstützung, meint Verkehrspädagoge Raimund Görtler. Er hat zwei Bücher für das Vorlesealter geschrieben.

Interview: Thomas Aistleitner

Ausschnitt aus dem Buch

netzwerk-verkehrserziehung: Herr Görtler, Sie sind nicht nur als Verkehrserzieher eine bekannte Größe, auch als Buchautor für das Vorschulalter haben Sie längst Ihren Einstand gegeben. Wie ist es zu einem neuen Buch gekommen?
Raimund Görtler: Ich wollte ursprünglich eine Fortsetzung von „Brumml darf mit“ schreiben, aber dann habe mich für ein anderes Konzept entschieden. „Wir wissen mehr!“ hat mehr pädagogischen Input mit seiner Zielgruppe beginnend im Vorlesealter. Die Eltern lesen vor und transportieren dabei die Inhalte. Sie sollen möglichst das Richtige vermitteln.

So ist aus dem Bär Brumml der Hund Knuffi geworden?
Bei Brumml konnte man vermuten, dass er manchmal mitdenkt. Beim Hund schließt man das eher aus. Wichtig ist, die Kinder zum Mitdenken anzuregen. Daher arbeite ich auch als Lehrer in der Volksschule zur Zeit mit Erstklasslern gerne mit Handpuppen.

Liegt die Verkehrserziehung nicht sehr stark bei den Eltern?
Durchaus, doch brauchen wir Kinder, die ihre Eltern sozusagen zu einer „neuen Mobilität“ erziehen, die lieber gehen statt fahren wollen. Ich führe viele Gespräche mit Kindern, da erfährt man immer noch vom Papa, der sich nicht anschnallt, von der Mama, die den Radhelm nicht aufsetzt ...

Die Erwachsenen sind schlechte Vorbilder?
Zumindest tun sie sich oft schwer mit der Vorbildrolle. Dabei wollen sie ja, dass die Kinder sich korrekt verhalten, damit ihnen nichts passiert. Das ist öfter ein Widerspruch.

Wie sehen Sie die Verkehrserziehung in der Sekundarstufe?
Ich habe für diese Zielgruppe schon Materialien verfasst. Leider ist in diesen Stufen Verkehrserziehung nicht mehr für den Unterricht vorgeschrieben.

Gibt es weitere Buchprojekte?
Ja, es wird insgesamt drei Knuffi-Bücher geben. Der zweite Band erscheint im Jänner zum Thema Radfahren. Da gibt es Tipps für mehr Sicherheit am Rad, den Radausflug mit den Eltern und Hinwese auf einfache Regeln. Im dritten Band wird es um Verkehrsregeln an sich gehen. Es soll gezeigt werden, dass man Verkehrsschilder recht einfach verstehen kann.


12. Oktober 2015