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Die Zukunft der Mobilität

Von: Michael Achleitner

Der Verkehrssektor steht vor großen Umbrüchen. In Zukunft werden mehr Menschen in Ballungsräumen leben, immer mehr Senioren werden noch mobil und junge Menschen zunehmend autofrei unterwegs sein – denn die Zeit des billigen Erdöls ist vorbei, so der Ausblick.

Zukunftsstudie Verkehr

Das Auto ist immer noch das liebste Verkehrsmittel der Österreicher. Ob zur Arbeit, in den Urlaub, oder zum Semmerlholen – rund 73 Prozent aller zurückgelegten Kilometer werden heute mit dem Auto gefahren. Das soll bis 2050 anders sein: Es gibt nur noch 250 Autos pro 1000 Einwohner. Der stark reduzierte Autoverkehr ist reibungslos mit öffentlichen Verkehrsmitteln verknüpft. Man zahlt nicht mehr monatliche Fixkosten für ein Auto, sondern nutzungsabhängig für das Verkehrsmittel, das man gerade braucht – sei es die Bahn, der Segway oder das Fahrrad.

Nutzen statt Besitzen ist eins der Leitmotive, das den Verkehr der Zukunft prägen könnte. Das Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung (ISI) hat aus jahrzehntelang gewonnenen Daten, Trends und Prognosen VIVER entwickelt, die Vision für nachhaltigen Verkehr. Schon heute lassen sich Ansätze dafür erkennen.

Erste Ansätze

In ganz Österreich zeigt der Boom bei Öffentlichem Verkehr und Radfahren, dass die Vielfalt der Mobilität zunimmt. Auch in Österreich ist „Peak Car“ absehbar. In Wien und Graz etwa sinkt der Pkw-Motorisierungsgrad. Der Anteil des Pkw an den zurückgelegten Wegen ist in Wien in den vergangenen 20 Jahren von 40 auf 27 Prozent gesunken. Das Auto verliert für die Mobilität der Menschen stark an Bedeutung, berichtet der VCÖ.

Angebote wie Carsharing  oder Leihräder erleben schon seit geraumer Zeit ihren Durchbruch. Interessant ist auch, dass besonders für junge Menschen das Auto seine Funktion als Statussymbol verloren hat. Ein Auto zu nutzen, wenn es gebraucht wird, steht im Vordergrund und ist praktischer, bequemer und cooler als viel Geld in dessen Besitz zu stecken.

Gesünder mobil sein

Ein weiteres Argument kontra das Auto ist, dass die Energie- und damit die Verkehrskosten bis 2025 dramatisch in die Höhe klettern werden – dazu tragen schwankende Rohölpreise bei. Der Verkehr soll bis zum Jahr 2030 mit einer Reduktion der CO2-Emissionen um 20 Prozent gegenüber dem Jahr 2008 zur Erreichung der EU-Klimaschutzziele beitragen. Die Elektro-Mobilität wird eine wichtige Rolle spielen, wenn es darum geht die Abhängigkeit vom Erdöl zu verringern. Schon heute fahren die Bahnen mit Strom, Elektro-Fahrräder boomen.

Auch der gesundheitliche Aspekt ist bei der Reduktion von Schadstoffen und Lärm nicht zu unterschätzen. Dazu braucht es aber eine andere, neue Form der Mobilität als heute. Gesunder, bewegungsaktiver Mobilität ist mehr Platz einzuräumen als bisher. Das erhöht die Gesundheit, Lebensqualität und macht auch Ortskerne wieder lebendig. Erste Schritte sind getan. Jetzt muss weiter an ihnen gearbeitet werden.

 

1. Juli 2013