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No risk, but fun!

Von Michael Achleitner

Inline-Skates, Scooter, Skate-, Kick- und Snakeboards sind gerade im Sommer kein seltener Anblick auf unseren Verkehrsflächen. Oft hat man den Eindruck, als ob so mancher Eigentümer glaubt, für diese Fortbewegungsmittel gelten keine Verkehrsregeln. Dabei gibt es sehr wohl gesetzliche Regelungen für die Benützung dieser Trendsportgeräte auf der Straße – damit das rücksichtsvolle Nebeneinander nicht zum Gegeneinander wird.

Skateboard

Sie sehen nicht sonderlich gefährlich aus. Aber Sportgeräte wie Scateboards, Scooter oder Rollerblades sind sehr häufig die Ursache für Unfälle und Verletzungen im Straßenverkehr. Zu unachtsam, zu sorglos geht man mit diesen Fortbewegungsmitteln im Straßenverkehr um. Oft sind sich vorallem Jugendliche gar nicht bewußt, dass sie auch mit diesen Trendgeräten ganz normale Verkehrsteilnehmer sind. Größte Risikogruppe bei Trendsportgeräten sind Buben zwischen fünf und 14 Jahren – 40 Prozent aller verletzten Trendsportler sind Jungen in dieser Altersgruppe. Männer sind beim Skaten, Boarden & Co generell gefährlicher unterwegs, sie machen 70 Prozent der Verletzten aus. Die meisten Unfälle passierten auf Kreuzungen, in der Haus- und Grundstückseinfahrt und auf dem Radweg. Eine Kollision beim Rechtsabbiegen oder eine seitliche Kollision waren die häufigsten Unfallursachen. Unfallbeteiligte waren zu drei Viertel Pkw und zu 25 Prozent Fahrräder.

Gesetzliche Regelungen

Um einen gefährlichen Crash zu verhindern, muss man die wichtigsten Grundregeln beherrschen: 

  • Egal ob mit Fahrrad, Skates oder Roller – als oberste Regel gilt, sich immer so zu verhalten, dass andere Verkehrsteilnehmer wie z. B. Fußgänger weder gefährdet noch behindert werden.
  • Inline-Skaten, Rollschuhfahren und dergleichen ist auf Geh- und Schutzwegen erlaubt. 
  • Auf Fahrbahnen ist das Fahren verboten (dürfen nur zum Überqueren benutzt werden).
  • Eine Sonderregelung gibt es in Wohnstraßen und Fußgängerzonen: Hier darf die Fahrbahn benutzt werden, solange die anderen Verkehrsteilnehmer nicht behindert werden. 
  • Auf Gehsteigen muss der Fahrer von Trendsportgeräten seine Geschwindigkeit den Fußgängern anpassen. Achtung: Da Snake- und Skateboards sowohl für Menschen, die zu Fuß unterwegs sind als auch auch für den Fahrzeugverkehr auf der Fahrbahn eine Gefährdung darstellen, ist ihre Verwendung auch auf Gehsteigen in der Regel als unzulässig anzusehen.
  • Das Skaten auf Radfahranlagen ist gestattet. Für die Trendsportler gelten dort die gleichen Regeln wie für Radfahrer – im Gegensatz zu den Radfahrern besteht für Skater jedoch keine Benützungspflicht der Radfahranlagen.
  • Fahrbahn, Mehrzweckstreifen oder markierte Fahrstreifen, in denen der Radverkehr gegen die Einbahn erlaubt ist, sind für Skater tabu.
  • Sidewalker mit Raddurchmessern bis zu 26 Zoll sind Fahrräder im Sinne der Straßenverkehrsordnung und müssen daher mit zwei Bremsen, Lichtanlage, Reflektoren und Klingel ausgestattet sein.
  • Das Benützen öffentlicher Verkehrsmittel mit Inline-Skates ist nicht gestattet.
  • Kinder unter 12 Jahren müssen seit 31. Mai 2011 beim Radfahren, beim Transport in einem Fahrradanhänger und wenn sie auf einem Fahrrad mitgeführt werden, einen Sturzhelm gebrauchen. Auch beim Inlineskaten sind Helm und Schutzausrüstung wie Handgelenk-, Ellbogen und Knieschützer ein Muss.


Altersgrenze nicht nur beim Fahrrad

Auch die Altersgrenze ist bei der Benützung von Trendsportgeräten im Straßenverkehr klar geregelt. Auf Straßen mit öffentlichem Verkehr – außer in Wohnstraßen – dürfen Kinder unter zwölf Jahren nur mit einer Aufsichtsperson, die mindestens 16 Jahre alt ist, fahren. Hat das Kind jedoch einen Radfahrausweis, darf es bereits ab dem zehnten Lebensjahr alleine unterwegs sein.

Wer sich unter Benützung von Trendsportgeräten vorschriftswidrig verhält oder skatende Kinder (bis 12 Jahre, wenn kein Radfahrausweis) nicht ordnungsgemäß beaufsichtigt, kann mit Verwaltungstrafe bestraft werden.


Quellen: KfV, ÖAMTC, bmvit; 3. September 2012