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„Wir üben Unfälle”

Von Michael Achleitner

Jährlich verunfallen in Salzburg 6400 Kinder und Jugendliche unter 15 Jahren durch Stürze. In Workshops zeigt ein Stuntman Schülerinnen und Schülern, wie man sich bei einem Sturz – zum Beispiel vom Fahrrad – richtig verhält. Ein Sturz-Projekt für Jugendliche in Salzburg.

Mädchen beim Trainieren des richtigen Fallens

Der Stuntman Thomas Vogel trainierte mit Schülerinnen und Schülern der ersten und zweiten Klassen der Hauptschule Saalfelden-Bahnhof das richtige Fallen. In Zusammenarbeit mit der AUVA Salzburg, dem Kuratorium für Verkehrssicherheit Salzburg, dem Landesschulrat für Salzburg und der Stadtgemeinde Saalfelden zeigte er den Kids in dem dreistündigen „Richtig fallen hilft allen“-Workshop, wie man sich bei einem Sturz – zum Beispiel vom Fahrrad – richtig verhält. Die Schülerinnen und Schüler wurden an alltägliche Gefahrenquellen herangeführt und lernten durch die Simulation möglicher Unfallsituationen im Ernstfall richtig zu reagieren. Direktorin Magdalena Schwabl betonte, wie wichtig es sei, dass alle Schülerinnen und Schüler den richtigen Umgang mit Gefahrensituationen lernen.

Auf das richtige Fallen kommt es an

„Ich arbeite seit vielen Jahren als Actiondarsteller und Stuntman. Hintergrund für dieses Projekt war, dass für Stuntmen in Film- und Fernsehproduktionen und bei Liveshows Sicherheit die oberste Priorität darstellt. Unfälle müssen so lebensnah wie möglich dargestellt werden, ohne sich dabei zu verletzen. In diesem Beruf habe ich gelernt, dass es am meisten aufs richtige Fallen ankommt, wenn man sich nicht verletzen will. Daraus ist der Gedanke entstanden, diese Kompetenz zur Prävention zu nützen. Also üben wir Unfälle“, erklärt Thomas Vogel. „Ich mache dieses Projekt jetzt schon seit drei Jahren und kenne mittlerweile fast jede Schulturnhalle von innen.

In den Sicherheits-Workshops geht es auch um die Selbstbewusstseinsstärkung im Umgang mit Unfällen. Wenn man einen Unfall schon einmal durchgespielt hat, kann man besser abschätzen, wie man reagiert. Das Programm wurde in Absprache mit Kinder- und Verkehrspsychologen entwickelt und wird aufgrund des authentischen Bezuges zu Unfällen als sehr effektiv beurteilt.

Kinder sind begeistert

Die Schülerinnen und Schüler waren von dem Workshop begeistert. Wer anfangs noch skeptisch und ängstlich war, stürzte sich nach ein paar Übungen ins Geschehen und lernte richtig zu stürzen. Adriana hat das Projekt gut gefallen. „Es hat so viel Spaß gemacht.” Laut Tanja war die Übung, bei der die Schülerinnen und Schüler lernten, wie man sich bei einem Sturz über die Treppe sichern kann, die lustigste. Auch der Lerneffekt ist nicht zu kurz gekommen. „Ich habe mir gerade die Hand gebrochen, weil ich unglücklich über Nicole gestürzt bin”, erzählte Lara. „Mit dem Wissen des Trainings hätte die Verletzung vermutlich verhindern können.”


20. Februar 2012